Grizzly vs. Big: Ski-Test der Ogsos Exalted Serie

Nachdem ich die neuen Ski aus Ogsos Exalted Serie in der letzten Saison, sowie einen Prototypen bereits in der vorletzten Saison testen durfte, teile ich hier meine Eindrücke der finalen Modelle. Da sich der Grizzly und der Big sehr ähnlich sind und sich primär in Breite und Gewicht unterscheiden, beziehe ich mich in diesem Bericht auf beide Modelle. Was für den einen zutrifft, kann auch für den anderen gesagt werden – nur eben breiter oder schmaler.

Die Evolution der Exalted Serie

​In der Vergangenheit bot Ogso Ski an beiden Enden des Rocker-Spektrums an: die extremen Superrocker mit ausgeprägtem Tip- und Tailrocker und die Neoteric-Ski, die quasi ohne Rocker auskamen. Auch in Sachen Gewicht gab es klare Unterschiede zwischen der Ultralight- und der Mediumlight-Konstruktion. Die Ultralight-Ski waren hervorragend für den Aufstieg, konnten aber in der Abfahrt bisweilen etwas zu leicht sein. Die Mediumlight-Modelle hingegen waren sehr stabil, aber für viele Touren zu schwer.

​Mit der Exalted Serie hat Ogso die goldene Mitte gefunden. Die Ski besitzen einen ähnlichen Sidecut wie die Vorgänger, doch die Gemeinsamkeiten enden hier fast. Eine neue Konstruktion und neue Materialien, kombiniert mit bewährten Elementen wie dem Aramid Tip-Stabilizer, haben Ski hervorgebracht, die ein breites Spektrum an Skifahrern ansprechen. Die Produktion in einer neuen Fabrik macht sich auch in der hochwertigen Haptik und Verarbeitung bemerkbar.

​Die Modelle im Kurzporträt

​Grizzly: 186 cm lang, 1800 g Gewicht, 106 mm Mittelbreite

​Big: 186 cm lang, 1900 g Gewicht, 112 mm Mittelbreite

Beide Ski haben eine Camber von 145,5 cm Länge und 3 mm Höhe, davor und dahinter findet man 21 cm Rocker und dann noch Tip 27, cm und Tail mit 13 cm. Eine sehr ausgewogene Aufteilung wie ich finde.

​Beide Ski wurden von mir mit einem CAST Freetouring System (Test hier) sowie der Slatnar Tourenbindung (Test hier) gefahren, was mir ein umfassendes Bild ermöglichte. Mein Montagepunkt liegt 2 cm vor der Empfehlung, da ich die letzten Jahre bei ähnlichem Sidecut und Länge auch immer bei 82 cm bzw. 81,5 cm war. Die Prototypen waren sogar noch weiter Richtung Tip mit der empfohlenen Schuhmitte, und mir hat das Gefühl einfach gut gefallen. Ich habe das beibehalten, da es meinem Fahrstil auch entgegenkommt – etwas entspannter und nicht so sehr über die Skispitze aggressiv in den Schwung zu gehen – und die Ski etwas wendiger macht, jedoch einen Großteil der Stabilität beibehalten werden kann.

​Fahrgefühl

​Der ausgewogene Flex, der optimal auf den Rocker-Shape und den Sidecut abgestimmt ist, sorgt für ein intuitives und agiles Verhalten der Ski in allen Bedingungen. Die Ski sind fordernder als die alten Superrocker-Modelle, aber wesentlich fehlerverzeihender als die Neoteric. Sie liefern berechenbares und zuverlässiges Abfahrtsverhalten in jedem Gelände bei allen Geschwindigkeiten. Das ausgewogene Zusammenspiel von Material, Rocker-Shape, Flex und Sidecut trägt dazu bei, die Kontrolle in anspruchsvollen Situationen zu behalten und den Schwung präzise steuern zu können.

​Performance im Schnee

​Der Grizzly und der Big unterscheiden sich in ihrem optimalen Einsatzbereich:

​Mit 106 mm Mittelbreite ist der Grizzly für mich der Allrounder schlechthin. In den Ostalpen hat er sich als mein Go-To-Ski bewährt, der sowohl bei Pulver als auch bei variablen Bedingungen überzeugt. Er bietet genug Auftrieb für guten Powder-Flow und gleichzeitig ausreichend Grip auf hartem Schnee oder eisigen Verhältnissen.

​Der Big ist mit 112 mm Mittelbreite die Waffe für Powdertage. Ich bin ihn vor allem im Skigebiet oder auf kurzen Touren abseits der Lifte mit dem CAST Freetouring System gefahren und er glänzte hier mit seiner Stabilität und Verspieltheit im Neuschnee. Für längere Touren in den Ostalpen ist er aufgrund seiner Breite im Aufstieg jedoch weniger geeignet. In schneereicheren Regionen kann er mit Pinbindung aber definitiv als vollwertiger Tourenski genutzt werden.

​Beide Ski lassen sich kontrolliert fahren, und die Schwunglänge kann ich mühelos variieren. Obwohl eine saubere Technik von Vorteil ist, verzeihen sie Fehler und lassen sich auch von weniger erfahrenen Skifahrern gut beherrschen. Auf hartem und eisigem Schnee könnte, vor allem der Grizzly, etwas mehr Grip vertragen, verglichen mit anderen Skiern. Abseits der Piste – im Pulver, weichem oder zerfahrenem Schnee und im Firn – ist er jedoch top und bereiten unheimlich viel Freude.

​Fazit

​Sowohl der Big als auch der Grizzly sind vielseitige Ski, die durch ihre Eigenschaften eine große Bandbreite von Freeridern und Tourengehern ansprechen. Je nach Montagepunkt, Bindung und Länge können sie an den individuellen Fahrstil und das bevorzugte Terrain angepasst werden.

Anfänger sollten die Länge ihrer Körpergröße entsprechend wählen. Fortgeschrittene können auch eine Nummer größer wählen.

​Der Grizzly ist ein herausragender, vielseitiger Ski für jedes Abenteuer. Er glänzt abseits der Piste und ist der ideale Begleiter für alle, die einen Allrounder suchen egal ob auf Touren oder am Lift.

​Der Big ist die richtige Wahl für alle, die vor allem auf Powdertagen maximale Performance wollen und bereit sind, dafür kleine Abstriche im Aufstieg hinzunehmen.


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