Review – Fjällräven Keb Eco-Shell Anorak und Hose

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Seit nunmehr einem Jahr begleiten mich Hardshell-Anorak und -Hose der Reihe Keb Eco-Shell vom schwedischen Hersteller Fjällräven. Sie waren mit mir im schwedischen Fjäll und am Kebnekaise – dem höchsten Berg in Schwedens – auf Wanderungen in den Alpen und mit auf Hochtouren (unter anderem am Großglockner). Ich konnte die beiden Stücke unter verschiedensten Bedingungen testen und bin sehr begeistert von meinen treuen Begleitern.

Material und Verarbeitung

Die Hardshells aus dem neuen Material der Schweden sind nicht nur wasserdicht und atmungsaktiv, sondern auch zur Gänze recyclebar. Dazu entwickelte Fjällräven eine neue wasserdichte Membran, die aus Polyester hergestellt wird und somit gemeinsam mit den anderen Materialien recycelt werden kann. Das äußere Material ist sehr widerstandsfähig und kann auch mal ein paar Felswände zu spüren bekommen, ohne gleich ein Loch aufzuweisen. Der auf der Innenseite der Membran aufgebrachte Stoff wird ebenfalls wie der Rest der Jacke aus Polyester hergestellt. Er fühlt sich sehr angenehm an und nimmt Feuchtigkeit gut von den unteren Bekleidungsschichten auf. Ein weiterer Pluspunkt des Stoffes ist, dass er nicht so raschelt wie andere Hardshell-Stoffe.

Was mir persönlich am besten gefällt, sowohl beim Anorak als auch bei der Hose, ist der hohe Tragekomfort. Der etwas stretchige Stoff gibt einem das Gefühl einer dünnen Softshell-Hose oder -Jacke. Dazu kommt noch die sehr gute Atmungsaktivität, durch die sich die Bekleidungsstücke auch bei wechselhaften Bedingungen angenehm tragen lassen. Außerdem sind sämtliche Reißverschlüsse wasserdicht und bieten so Wetterschutz für Tascheninhalt und Träger.

 

Der Anorak

Das sagt der Hersteller:

“Hochfunktionelle Drei-Lagen-Schlupfjacke aus stretchigem Eco-Shell. Minimalistisches, gut geschnittenes Modell mit 3/4-langem Frontreißverschluss, ausgezeichneter Belüftung und großen Brusttaschen.”

Material: 100% Polyester

Gewicht: 500 g in Größe M

Membran: 100% Polyester

Atmungsaktivität (=Dampfdurchlässigkeit): 26000 g/m2/24 h

Wassersäule: 30 000 mm

Beim Keb Eco-Shell Anorak handelt es sich um eine Schlupfjacke mit 3/4 Frontzipper, zwei großzügigen Napoleontaschen und einer großen Kapuze.

Die Jacke ist so weit und lang, dass eine Isolationsschicht locker darunter passt, ist dabei aber immer noch leicht figurbetont. Am Saum befindet sich ein Kordelzug aus Gummi mit Stopper, mit dem sich die Weite passgenau regulieren lässt; an den Ärmeln kann man dies mittels Klettfixierung sogar einhändig bewältigen. Auch die Kapuze kann gut an den Kopf angepasst werden und macht so jede Bewegung mit.

Die seitlichen Ventilationszipper der Jacke reichen von knapp unter der Achsel bis einige Zentimeter über das Becken. Dies ist verglichen mit anderen Jacken eher kurz, hier beginnen die Zipper schon an der Unterseite des Oberarmes und man kann so für intensivere Belüftung sorgen. Der vordere Zwei-Wege-Reißverschluss des Anoraks erlaubt es aber, auch mal etwas mehr Dampf abzulassen, ohne beim Wetterschutz um Hals und Kopf zu sparen. Er ist nämlich auch von unten zu öffnen, so kann man bei Bedarf den Anorak knapp unterhalb des Brustkorbes ein Stück öffnen. Dies gleicht die etwas zu kurz geratenen Ventilationsöffnungen an der Seite wieder aus und sorgt neben der hohen Dampfdurchlässigkeit für eine gute Belüftung der Jacke. Ich halte die Belüftungskapazität des Anoraks für absolut ausreichend, denn obwohl ich beim Sport eher stark schwitze, kommt mir die Belüftung und Atmungsaktivität – verglichen mit anderen Hardshells – überdurchschnittlich gut vor.

Die Taschen sind groß genug, um eine Wanderkarte unterzubringen. Die kleinen Meshtaschen innen in den beiden Napoleontaschen sind sehr nützlich, um Handy oder GPS in Griffweite zu verstauen.

Negativ aufgefallen ist mir an der Jacke hauptsächlich die eher schwache Imprägnierung. Diese hatte sich schon nach fünf Verwendungstagen unter dem Schulter- und Hüftgurt abgerieben und ich musste dort nachimprägnieren.

Wen es (wie mich) nicht sonderlich stört, die Jacke etwas häufiger als andere Hardshell-Teile nachzuimprägnieren, dem kann ich den Anorak ohne Bedenken weiterempfehlen. Er trägt sich hervorragend und bietet höchsten Wetterschutz, auch bei kaltem oder nassem Wetter. Darüber hinaus sind die Materialien recyclebar und der Hersteller Fjällräven verzichtet in der Membran auf umweltschädliche Flourverbindungen – Polytetrafluoroethylen (ePTFE) – wie z.B. Goretex.

Fazit

Der Keb Eco-Shell Anorak punktet vor allem durch hohen Tragekomfort, sowie Wetterschutz und tollen Features, wie den großen Napoleontaschen, in denen neben Müsliriegel oder dem Handy auch Wanderkarten Platz finden.

 

Die Hose

Das sagt der Hersteller:

“Technische Drei-Lagen-Hardshell-Hose aus Eco-Shell. Durchdachter Schnitt, lange wasserdichte Reißverschlüsse an den Seiten, Einschubtaschen und Taillengürtel.”

Material: 100% Polyester

Gewicht:  560 in Größe 48

Membran: 100% Polyester

Atmungsaktivität (=Dampfdurchlässigkeit): 26000 g/m2/24h

Wassersäule: 30 000 mm

Die Keb Eco-Shell Trousers ist eine weitgeschnittene, simple, aber durchdachte Hardshellhose für kalte und nasse Tage im Freien. Sie besitzt zwei Einschubtaschen oben an der Oberschenkel-Vorderseite, die mit einem Reißverschluss verschlossen werden können. Diese sind recht geräumig und mit Mesh hinterlegt – man kann sie bei Bedarf auch zur Belüftung verwenden. An den Beinaußenseiten befinden sich zwei durchgängige Reißverschlüsse, die entweder der Belüftung dienen können oder das Anziehen über eine andere Bekleidungsschicht ohne Ausziehen der Schuhe ermöglichen. Die Bundweite kann mit zwei Klettverschlüssen oberhalb der Reißverschlüsse verstellt werden. Zusätzlich wird ein Gürtel mit der Keb Eco-Shell Trousers geliefert, der unter einem Rucksack nicht dick aufträgt und die Hose dort hält, wo sie hingehört. Die Innenseite der Beinabschlüsse wurde verstärkt, um Abnützung vorzubeugen, außerdem findet sich am Beinende ein Schuhband-Haken, sowie ein Kordelzug mit Stopper zum Verstellen der Weite.

Die Keb Eco-Shell Trousers eignet sich besonders für kältere oder nasse Tage auf Wander- oder Trekkingtouren, an denen es entweder regnet oder das Wetter sehr wechselhaft ist. Sie trägt sich wie der Anorak sehr angenehm und erinnert vom Tragekomfort eher wenig an eine Softshell-Hose.

Will man die Keb Eco-Shell Trousers aber für Ski- oder Hochtouren verwenden, gibt es meiner Meinung nach zwei wichtige Punkte zu beachten. Die Hose besitzt keine integrierte Gamasche, was bei Skitouren oder Wanderungen in Neuschnee dazu führt kann, dass Schnee an der Innenseite hochgeschoben werden kann und es nass und kalt in den Schuhen bzw. an den Waden wird. Ich konnte diesem Problem bei meiner Tour auf den Großglockner ganz gut mit separaten Gamaschen entgegenwirken. Bei Skitouren, wo man immer mal wieder an die Schuhe kommen muss, stelle ich mir das allerdings etwas unpraktisch vor. Außerdem bedeutet die extra Schicht der Gamaschen, dass man an Atmungsaktivität einbüßt.

Ein weiteres Problem ist, dass die Einschubtaschen so platziert sind, dass man sie unter einem Klettergurt auch ohne Handschuhe kaum noch erreicht – Oberschenkeltaschen wären hier praktischer.

Fazit

Für Trekking- und Wandertouren in kalten oder nassen Gegenden kann ich die Keb Eco-Shell Trousers absolut empfehlen. Sie trägt sich hervorragend und macht alle Abenteuer und Reisen anstandslos mit. Auf einer Skitour oder alpinen Klettertouren ist man mit anderen Hardshell-Hosen, die integrierte Gamaschen sowie mit einem Klettergurt kompatible Oberschenkeltaschen haben, besser beraten. Jedoch macht auch die Keb Eco-Shell Trousers solche Touren mit.IMG-20170913-WA0011~2

Die Kombination aus Jacke/Anorak und Hose ist absolut kein Schnäppchen und zählt auch eher nicht zu den Leichtgewichten in dieser Kategorie. Mich überzeugt das Hardshell-Outfit trotzdem, weil es höchsten Wetterschutz und Komfort auf einer verregneten, wie auch auf einer sonnigen Tour bietet. Die Stoffe sind robust und stecken auch Felskontakt auf einer alpinen Klettertour locker weg. Und – was das Wichtigste ist – getreu dem Werbeslogan von Fjällräven blieb ich in diesem Outfit bis jetzt stets „Forever dry“.


3 Gedanken zu “Review – Fjällräven Keb Eco-Shell Anorak und Hose

  1. Klingt ganz gut…
    Mein Problem ist, ich schwitze wie ein Affe und hab noch keine Membranjacke gefunden mit der das passt.
    Ist auf jeden Fall mal eine Überlegung wert.
    Danke für den Beitrag…

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    1. Hey, danke für den Kommentar!
      Grundsätzlich ist bei Membranjacken auch zu beachten, dass es ein Temperaturgefälle zwischen innen und außen geben sollte. Wenn es zu warm ist, wird die Atmungsaktivität der Membran eingeschränkt und man schwitzt. Darum kommen für mich auch nur Jacken mit Belüftungszips in Frage um dem etwas entgegenwirken zu können!
      Ein zweiter Punkt der dir ev. hilft, ist, dass du wirklich wenig anziehen solltest. Für mich reicht es bis zum Gefrierpunkt –
      solange ich mich bewege – lediglich ein Langarm Shirt (je nach Temperatur mal dicker mal dünner) unter der Hardshell zu tragen.
      Beste Grüße
      Christoph

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