Review – Fjällräven Bergtagen Eco-Shell Trousers

Letztes Jahr brachte Fjällräven eine neue Alpin-Kollektion namens Bergtagen auf den Markt, die neben Base-Layer, Work-Layer und Insulation-Layer auch eine Hardshell-Jacke und eine Hardshell-Hose umfasst. In meinem Review der Keb Eco-Shell Trousers schrieb ich, dass sich für alpine Unternehmungen andere Hosen besser eignen – die Bergtagen Eco-Shell Trousers erfüllt diese Kriterien. Erfahrt in diesem Review, warum ich diese Hose schon nach wenigen Tagen im Einsatz lieben gelernt habe!

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Hier bei der Abfahrt im Loigistal (Beitrag hier).

Das sagt der Hersteller zur neuen Bergtagen-Kollektion

„Entwickelt für ein Leben oberhalb der Baumgrenze, wo keine Bäume mehr wachsen, aber dein Geist sich frei entfalten kann.“

„Das Wort „Bergtagen“ kommt von einem sehr alten schwedischen Sprichwort. Es beschreibt wie die Berge einen verändern können. Wie man nach nur kurzer Zeit in den Bergen Faszination und Demut spürt.“

 

Das sagt der Hersteller zur Bergtagen Eco-Shell Trousers

„Wasserdichte dreilagige Hardshell-Hose für anspruchsvolle Aktivitäten in alpinem Gelände.“

  • Material: 100% Polyester, Material 2: 90% Polyamid, 10% Aramid
  • Gewicht: 650 g in Size 46
  • Membran: 100% Polyester
  • Atmungsaktivität (MP): 26.000 g/m2/24h
  • Wassersäule (WS): 30.000 mm

Bereits beim ersten Anprobieren fiel mir auf, dass die Hose sehr weit geschnitten ist. Konzipiert als dritte Schicht, muss sie über Base-Layer und einer weiteren Schicht – dem Work-Layer laut Fjällräven – passen, jedoch ist die Bergtagen Eco-Shell Trousers meiner Meinung nach etwas überdimensioniert. Beim ersten Anziehen merkte ich bald, dass Größe 48, die ich normalerweise trage, viel zu groß ist. Sogar bei Größe 46 passt eine Jeans leicht unter die Bergtagen Eco-Shell, ohne dass sie Falten schlägt oder an den Beinen zu lang oder zu kurz ist.

Bei der Bergtagen Eco-Shell Trousers verwendet Fjällräven das gleiche Material wie bei den Hardshells der Keb-Serie, was der Hose einen hervorragenden Tragekomfort verleiht. Für Informationen über die Eco-Shell Materialien findet ihr hier den Link zum Review der Keb Eco-Shell Trousers und des Anoraks.

Die auffälligsten Unterschiede zur Keb Eco-Shell Trousers sind die Oberschenkeltaschen und die integrierten Gamaschen. Die Oberschenkeltaschen sind geräumig und können selbst mit Klettergurt normal benutzt werden – was bei den Taschen der Keb Eco-Shell Trousers leider nicht der Fall ist. In den Taschen findet sich jeweils eine kleine Meshtasche für Handy, GPS oder einen Snack. Die Gamaschen könnten vielleicht noch einen etwas strafferen Gummi vertragen, erfüllen aber ihren Zweck ganz gut. Man kann sie auch, sollte man sie einmal nicht brauchen oder Gewicht sparen wollen, ganz einfach mit einem Zipper abmontieren.

 

Alle Reißverschlüsse sind natürlich wasserdicht und lassen sich auch mit Handschuhen bestens bedienen, da an deren Schlaufen Plastikteile für eine bessere Haptik befestigt sind. Die Zipper an den Beinaußenseiten sind durchgängig und erleichtern ein Anziehen der Hose, da man die Schuhe oder eine Wanderhose nicht ausziehen muss. Am Bund werden Vorder- und Hinterseite am oberen Ende des langen Zippers mit Hilfe eines einrastenden Druckknopfes fixiert (ähnlich wie beim Hosenbund), was ich so auch noch bei keinem anderen Ausrüstungsgegenstand gesehen habe und für sehr hilfreich halte. Diese Art des Druckknopfes findet sich auch auf der Vorderseite beim Hosenschlitz und sorgt dafür, dass alles schön verschlossen bleibt. Am Hosenbund befindet sich ein elastisches Klettband, welches auf der Hinterseite durch den Bund läuft und so ein Engerstellen der Hose auch ohne Gürtel ermöglicht. Der Bund ist am hinteren Rücken hochgezogen, um auch in Hocke oder bei angewinkelten Beinen beim Klettern vollen Schutz zu bieten – was aber leider nur bedingt funktioniert – die Hose bleibt auch mit Gürtel beim Knien nicht immer da, wo sie sein soll.

 

Bedauerlicherweise fehlen Befestigungspunkte für Hosenträger, die ein Runterrutschen des hohen Bundes verhindern würden. Ich habe mit Resten einer G1000-Lite Wanderhose von Fjällräven eine Befestigungsmöglichkeit angenäht, die auch hervorragend funktioniert und mir das Tragen von Hosenträgern ermöglicht, nun verrutscht nichts mehr. Ich hätte mir so etwas bei einer Hose dieses Preissegments aber von Werk gewünscht.

 

Die Beinabschlüsse und die Innenseite am Knöchel sind mit Fjällrävens neuem Material auf Aramid-Basis verstärkt, um die Hose vor Skikanten oder Steigeisen zu schützen. Die Hose ist am Beinabschluss eher weit geschnitten – was sehr angenehm bei voluminösen Skischuhen ist, aber die Gefahr birgt, sich mit Steigeisen im Bund unten zu verhängen. Ich habe, um das zu verhindern, das Befestigungsband der Steigeisen einfach außen um die Hose gelegt und dann festgezurrt. Zum einen dringt so weniger Schnee ein und zum anderen liegt die Hose enger an und ich habe keine Probleme mit den Steigeisen.

Die Hose konnte mich auf einer Hochtour, ein fast allen Skitouren und beim Freeriden dieses Jahr voll überzeugen und ist für mich die erste Wahl bei alpinen Touren, bei denen mit schlechterem Wetter zu rechnen ist. Trotz warmen Temperaturen beim Abstieg vom Wiesbachhorn wurde es unter der Hose kaum wärmer, als bei jeder anderen Tourenhose aus Softshell-Material, jedoch deutlich angenehmer als unter so manch anderer Hardshell-Hose mit Membran. Dafür sorgte nicht nur der lange Reißverschluss an den Beinen, sondern auch die hohe Atmungsaktivität der Hose. Natürlich würde die Bergtagen Eco-Shell Trousers an warmen, sonnigen Sommertagen an ihre Grenzen stoßen, jedoch ist sie für solche Bedingungen auch nicht konzipiert und sollte nur ausnahmsweise bei höheren Temperaturen zum Einsatz kommen.

Bei intensiven Anstiegen mit Skiern macht sich der Komfort des weichen Stoffes und die Atmungsaktivität bemerkbar. Bei Temperaturen um Null oder darunter hatte ich nie das Bedürfnis, die Zipper an den Seiten zu öffnen. Bei der Abfahrt hält sie absolut dicht und eignet sich auch bei kalten Temperaturen mit einer Thermohose – z.B. aus Polartec-Alpha – zum Skifahren oder Freeriden.

Wie sich die Hose im Langzeitgebrauch bei regelmäßigem Felskontakt schlägt, wird sich in Zukunft noch zeigen, jedoch bin ich optimistisch, noch lange Freude an ihr zu haben.


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