Der Ogso Cosmique – Ein Allrounder für lange Touren

Während der letzten Wintersaison hatte ich die Möglichkeit zusätzlich zum abfahrts- und powderorientierten Schwarztor, auch den Cosmique Tourenski von Ogso zu testen. Ich war in verschiedensten Schneesituationen und Wetterlagen unterwegs und konnte mir ein gutes Bild von ihm machen.

Vorweg, mir wurde der Ski dankenswerter Weise von Ogso zur Verfügung gestellt, was aber meine Meinung nicht beeinflusst.

Das sagt der Hersteller und Spezifikationen

THE BRAND NEW COSMIQUE 90S FACILITATES TURNS AND PERMITS YOU TO PIVOT. IT’S ENERGETIC AND VERSATILE.

The Cosmique ski ensures a balanced skiing, so you float smoothly and relaxed having an absolute exceptional experience. It gives an ease in the steep and in the very technical terrain or in the trees. At the same time you can go amazingly fast and stable.

  • Länge: 176 cm 
  • Gewicht: 1,4 kg
  • Skibreite: 95 mm unter der Bindung
  • Radius: 18 m
  • Lauflänge: 920 mm

Konstruktion

Die Konstruktion ist jener vom Schwarztor sehr ähnlich (hier zum Nachlesen). Beide Ski gehören der Ultralight Serie an und sind demnach extrem leicht, da hier leichteste aber dennoch hoch funktionelle Materialien, wie Karbon, verarbeitet wurden. Der Cosmique ist der 90 Mittelbreitenserie zugeordnet und weist – bei meiner Länge von 176 cm – 95 mm unter der Bindung auf – eine tolle Breite für einen modernen Allzweck-Tourenski. Der Cosmique hat ebenfalls den sogenannten Superrocker, eine Chamber und einen Tailrocker. Jedoch fällt die Chamber verhältnismäßig deutlich länger aus wie beim Schwarztor, was dazu führt, dass Tip- und Tailrocker kürzer ausfallen und sich die effektive Kantenlänge erhöht. Diese längere Kante und die schmälere Mittelbreite ermöglichen es mehr Druck auszuüben und erhöhen dadurch den Halt auf hartem oder eisigem Schnee. Zusätzlich sind Querungen auf eisigem Untergrund einfacher, da sich der bessere Halt auch im Aufstieg bemerkbar macht. Zusätzlich macht die schmälere Mittelbreite das Gehen mit Harscheisen leichter, was vor allem im Frühjahr notwendig sein kann.

Zusätzlich wurde der selbe Belag und die selben Kanten wie beim Schwarztor verarbeitet, die dort schon einiges an Steinen, Ästen oder Ähnliches einstecken mussten und noch keine Abnutzung aufweisen – Ich gehe mal davon aus, dass dies beim Cosmique und allen anderen Ogso Ski gleich sein sollte. Trotz der Leichtbauweise wurde hier nicht am falschen Ende gespart!

Performance

Auch wenn der Cosmique in der Bauweise dem Schwarztor sehr ähnelt, ist deren Verhalten sehr unterschiedlich. Eines haben sie jedoch gemeinsam, sie sind sehr kraftsparend und verzeihen dem Fahrer viel, was nach einem langen Aufstieg sehr angenehm ist.

Der Cosmique – in meinem Fall mit einer ATK Freeraider 14 auf +1 cm montiert – ist extrem verspielt und lässt sich sehr leicht drehen und das schon bei langsamen Tempo. Der Schwarztor – auf die Empfehlung des Herstellers montiert – braucht eher höhere Geschwindigkeit um „ins Fahren zu kommen“ und dessen Vorzüge voll auskosten zu können.

Was den Aufstieg angeht, hat der Cosmique natürlich die Nase vorne – er ist leichter, kürzer und schmäler, was ihn auch für lange Tage sehr angenehm macht. 

Diese Leichtigkeit und Einfachheit ermöglicht auch in der Abfahrt perfekte Kontrolle in jedem Gelände, ohne dem Skier zu viel Kraft abzuverlangen und steile Rinnen werden so zum Genuss. 

Auch die Powder-Performance ist sehr gut. Obwohl ich die Bindung etwas nach vorne gesetzt habe, schwimmt der Ski im Neuschnee super auf – hier macht sich die Superrocker-Konstruktion bemerkbar. Jedoch kann man ihn nicht mit dem Schwarztor vergleichen, der für mich in einer eigenen Liga in Sachen Powder spielt.

Der nach vorne gesetzte Montagepunkt ermöglicht top Kontrolle am Kurvenausgang, was durch den Tailrocker und den etwas weicheren Flex im Tail-Bereich unterstützt wird. Diese Kombination ermöglicht kurze kontrollierte Schwünge und vermittelt ein sicheres Gefühl in schwierigem Schnee und Gelände.

Lediglich auf eisigen Pisten würde ich den Cosmique nicht bevorzugt einsetzen. Er bietet definitiv mehr Halt als der Schwarztor, aber ich würde als vorwiegenden Pisten Ski mehr Vorspannung und weniger Rocker bevorzugen. Auf zerfahrenen oder weichen Pisten kann ich ihn mir aber dennoch als tollen Ski vorstellen – habe ihn aber nie in solchen Bedingungen getestet.

Ein Manko, welches zum einen auf den Montagepunkt und zum anderen auf einen Anwenderfehler zurückzuführen sein könnte, ist dass ich ab und zu, nach längeren Touren, Probleme beim Lösen der hinteren Kante hatte. Was ich aber bei den vielen Benefits dieses Setups durchaus in Kauf nehme – man muss eben doch immer konzentriert fahren, unabhängig vom Ski.

Im Großen und Ganzen hat mich der Cosmique in dieser Konstellation überzeugt.

Einsatzbereich

Für mich ist der Cosmique ein Ski den ich überall hin mitnehme, ohne zu überlegen ob er für die Bedingungen passt. Ich verwende ihn vorwiegend für lange Touren, während derer mit unterschiedlichen Bedingungen zu rechnen ist und wo sich auch die Ansprüchen verändern – flache Gletscher, steile Querungen oder Kletterpassagen bei denen ich ihn auf den Rucksack schnalle. 

Auch wenn ich viel Zeit im Aufstieg verbringe, ist mir die Abfahrtsperformance immer sehr wichtig – und das liefert der Cosmique extrem zuverlässig.

Fazit

Der Cosmique hat mich in den letzten Monaten sehr beeindruckt und ich genieße jede Tour. Er ist ausgewogen in dem was er bietet – verspieltes Kurvenverhalten, top Kontrolle und kraftsparendes Skivergnügen – und hat darüber hinaus wenig Ansprüche an den Fahrer.

Dieser Ski ist für Bergsportler, die einen Tourenski suchen, der sich kaum Schwächen erlaubt und mit allen Bedingungen zurecht kommt. Außerdem ist er für Einsteiger ideal, da er sich sehr einfach fahren lässt und viel verzeiht. Ich kann ihn ohne Bedenken immer auf Tour mitnehmen und weiß, dass er eine gute Figur machen wird.


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